Got to Dance! – Meine Meinung

Gestern Abend habe ich mir die von Donnerstag aufgenommene Show „Got to Dance“ zu Gemüte geführt.

Ich hatte mich bereits im Vorfeld auf das neue Format gefreut, da ich tanzenden Menschen wirklich gerne zusehe, denn ich habe schon früher immer mit meiner Mum Eiskunstlauf geschaut 😀

 

Leider endete es dieses Mal in zwei Stunden purem Stirnrunzeln.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll….

 

Diese Show hat mich maßlos enttäuscht (und wem jetzt schon der Ausspruch „selbst Schuld wenn du so was schaust“ auf der Zunge liegt, verkneift es euch, ich schaue auch Topmodels, Popstars und Voice 😉 ).

 

Bereits bei der Einleitung zur Show wurden unzählige Acts in kurzen Szenen gezeigt, sodass ich Bedenken hatte, in der Show überhaupt noch neue Künstler zu entdecken. Diese anscheinend neue Methode der Präsentation zog sich durch die gesamte Show, sodass viele Acts nur für wenige Sekunden eingespielt wurden. Dies hätte man sich auch sparen können. Man kam sich vor, als wenn man 2 Stunden den Trailer für die Show gesehen hätte. Achja, danke für den Hinweis, dass ich mir einige der Acts dann auf prosieben.de in voller Länge ansehen darf. Dafür schalte ich den Fernseher auch normalerweise ein. 😉

 

Interessant fand ich hingegen das Voting der Jury – bei dem jeder für sich abstimmt und sich nicht von den Meinungen der anderen beeinflussen lässt.

Als die Show nun startete, setzte bei mir das pure Unverständnis ein.

 

Zuerst wurde man durch eine enorme Reizüberflutung, ausgelöst durch die seltsame Häufung von Kameraschnitten, benebelt. Die völlige Verblödung kam dann nach und nach. So fragte ich mich, welchen Sinn und Zweck die nette Moderatorin hatte, außer wie ein Teenie auf die Bühne zu stürmen und allen Zuschauern, die noch nicht verstanden haben, dass kleine Kinder hier als Joker eingesetzt werden, durch kreischen und quietschen eben dies nochmals zu verdeutlichen… Wo sind unsere Moderatoren geblieben, die noch was zu sagen hatten? Die situationsbedingt reagiert haben und noch Wortwitz besaßen?

 

Die eigene Show als „packend“ zu bezeichnen finde ich außerdem völlig unangebracht. Packend wäre diese Show eventuell gewesen, wenn die (teilweise wirklich guten) Auftritte nicht durch die schlechte Kameraführung und die ständigen Einblendungen der Jury und des Publikums für den Zuschauer zu Hause ruiniert worden wären.

 

Und ja, liebes ProSieben Team, ich habe schon nach dem zweiten Act gemerkt, dass ihr anscheinend eine tolle neue Kameratechnik habt, mit der ihr die achsotollen Sprünge nicht nur in Zeitlupe, nein sondern sogar anhalten und von allen Seiten (à la Matrix) zeigen könnt.

(Vielen Dank www.focus.de: 144 im Halbkreis um die Bühne angebrachte Spiegelreflex-Kameras)

 

Dass dies jedoch den kompletten Auftritt auseinander reißt, hätte man sich vorher auch überlegen müssen.

 

Und bitte (BITTE!) nehmt dem Publikum wieder die Mikrofone weg. Wenn mich das Gerede der Sitznachbarn interessieren würde, hätte ich ja immer noch die Möglichkeit, mir Tickets für die Show zu kaufen.

 

Die ganzen sich gegenseitig übertrumpfenden Kuriositäten (ja ich liebe dieses Wort @duweißtdasdugemeintbist) gipfelten in dem Moment, als ein Pärchen auf der Bühne einen offensichtlichen Patzer hingelegt hatte. „Offensichtlich“ – in diesem Moment leider nicht für den Zuschauer. Uns wurden die Gesichter des Publikums gezeigt, welche erschrocken reagierten und wieder mal Nonsens von sich gaben.

Alles in allem bin ich wirklich enttäuscht von dem so hochgelobten neuen Format was ProSieben da auf die Mattscheibe gebannt hat und es würde mich wundern, wenn sie die Einschaltquoten (Do: 2,35 Mio., Fr: 2,12 Mio.) halten können.

 

Kurze Anmerkung zur Jury:

NIEMAND wird Bruce Darnell ersetzen können.

Er war in den ersten beiden Staffeln Topmodels wirklich der Hit! Aber nun die nette Nikeata nicht als eigenen Charakter, sondern als Bruce-Klon darzustellen wird nicht funktionieren. Unterstützt wurde das Ganze von wirklich spitzenmäßigen Kommentaren. Wenn sie selbst sagt, dass sie nicht schnell von solchen Auftritten ergriffen wird, jedoch bei jeder Performance die Tränen nicht mehr nur in den Augen hat, ist das wenig glaubwürdig.

Zumal sie abschließend die These noch mit ihrer Selbsteinschätzung untermauert hat, dass sie ja immer schon nah am Wasser gebaut war.

 

Zu dem Rest der Jury fällt mir wirklich wenig ein, da auch hier das gleiche wie für die Moderatorin gilt. Kommentare wie „krass“, „hammer, hammer, hammer“, usw. finde ich für eine explizit ausgewählte Jury doch etwas flach gehalten. Diese Kommentare hätte jeder andere auch von sich geben können, hier hätte ich mir mehr Tiefe und sachliche Inhalte gewünscht.